Wandern wird zum Erlebnis in der Natur

                                                                         

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Auf dieser Seite wollen wir fachliche Themen rund um das Wandern behandeln. Es werden Beiträge über Karte und Kompass, Themenwanderungen usw. im Wechsel veröffentlicht. Wir sehen diese Seite als Handreichung und gleichzeitig als Diskussionspodium zu allen fachlichen Fragen, die mit dem Wandern zusammenhängen. Alle Internetbesucher sind gleichzeitig aufgefordert, aus ihrer Sicht Fragen zu stellen. Gleichzeitig hoffen wir auf Rückmeldungen aus den Vereinen über durchgeführte Wanderungen, die besonderen Themen zugeordnet werden können. Wir werden dann bemüht sein, so schnell wie möglich die entsprechenden Antworten zu geben und auch die eingegangenen Beiträge als Ideenbörse hier zu veröffentlichen. Dazu einfach eine Mail mit den Fragen und Anregungen an webmaster@erlebnis-wandern.de schicken.

 

Brainwalking - eine Kombination aus Bewegung in der Natur und Denksport-, Sinnes- und Erinnerungsübungen.

 

Fortsetzen wollen wir die fachlichen Themen mit den kartographischen Grundlagen:

Kartographische Grundlagen

4.3 Umgang mit Kompass und Karte

Die Arbeit mit dem Kompass beschränkt sich auf reine Winkelmessung, denn:

Die Kompassnadel dient allein dazu, im Gelände die Nordrichtung zu ermitteln; auf der Karte wird sie überhaupt nicht beachtet.

Kompassdose und Zielkante bzw. Gehäuse sind zusammen nichts weiter als ein verstellbarer Winkelmesser.

Gemessen wird im Uhrzeigersinn stets der Winkel zwischen der Nordrichtung und der Marschrichtung.

Die Nordrichtung wird dabei durch die Nordmarke und die Nordlinien auf der Kompassdose dargestellt.

Die Marschrichtung wird dargestellt durch den Marschrichtungspfeil und die Anlege– oder Zielkante am Lineal bzw. Gehäuse.

In den meisten Gebieten der Erde liegt der magnetische Nordpol (MaN) nicht auf gleicher Linie mit dem geographischen Nordpol (GeN). Bei der Arbeit mit dem Kompass und der Karte ist deshalb die Missweisung (Deklination) zu beachten. Jeder in Karten eingetragene Kurs ist ein geographischer oder rechtweisender Kurs. Jeder mit dem Kompass durch Anvisieren im Gelände ermittelte Kurs ist ein magnetischer oder missweisender Kurs. Die Differenz zwischen beiden ist die Ortsmissweisung, die in Mitteleuropa rund 2° West beträgt. Eine Angabe über die örtliche Abweichung befindet sich in der Regel auf allen Karten; bei der TK 25 ist die Nadelabweichung für das Kartenblatt auf dem unteren Ende der Zeichenerklärung abzulesen.

Bei Kompassen mit Missweisungsausgleich kann man die Ortsmissweisung am Kompassboden bzw. an der Kompassdose einstellen. Hier ist eine Deklinationsskala von 0° bis 90° West (westliche Deklination) und 0° bis 90° Ost (östliche Deklination) angebracht.

Nach einem Blick auf die TK 25 zur Feststellung der Nadelabweichung bleibt es jedem selbst überlassen, ob die derzeitige Missweisung von etwa 2° westlich vernachlässigt werden kann, denn sie fällt messtechnisch nicht ins Gewicht; diese Toleranz ist schon bei der Messung mit dem Kompass gegeben.

Die Nutzung von Kompass und Karte besteht im Grundsatz daher aus der Ermittlung des Winkels (Azumit) zwischen zwei Geraden und dem Übertragen dieses gemessenen Winkels von der Karte auf die Landschaft oder umgekehrt. Jeweils zwei Anwendungen gehören immer zusammen. Hier sind die Anwendungen im Einzelnen aufgeführt:

Anwendung 1: Messen eines Richtungswinkels auf der Karte

Von unserem gegenwärtigen bekannten Standpunkt (Höhe 48,4 m, unten links) ziehen wir auf der Karte eine dünne rote Linie zu dem Punkt, der unser Wanderziel sein soll, dem Zielort (Wohnplatz Eilert, rechts oben). Nun ziehen wir eine zweite schwarze Linie in Nord-Süd-Richtung parallel zu den senkrechten Koordinaten; als Orientierungshilfe dienen die im Blattinnern eingetragenen Kreuzmarken des Koordinatengitters.

Wir legen den Kompass mit seiner Zielkante an die Ziellinie an, der Marschrichtungspfeil zum Ziel weisend. Mit der linken Hand halten wir den Kompass in seiner Lage fest und mit der rechten Hand drehen wir die Kompassdose, bis die Nordmarke bzw. Nordlinien mit der eingezeichneten Nordrichtung der Karte übereinstimmt. Nun kann der Richtungswinkel oder das Azumit auf der Kompassdose am Index abgelesen werden (55°).

Bei der Anwendung 1 dient der Kompass nur als Winkelmesser; die Stellung der Magnetnadel spielt also keine Rolle.

Anwendung 2: Übertragen des gemessenen Winkels in die Landschaft

Den Kompass halten wir nun - ohne die Kompassdose zu verstellen - in Brusthöhe vor uns und drehen uns mit dem Körper langsam um die eigene Achse, bis die Nordspitze der Magnetnadel zur Nord- bzw. Deklinationsmarke zeigt. Bei einem Kompass mit Spiegel verfolgen wir im Spiegelbild, wie sich die Kompassnadel einspielt. Nun blicken wir über den Marschrichtungspfeil oder über das Visier und bekommen so die Richtung, in der das gesuchte Ziel liegt. Dabei soll nur das Auge, nicht aber der Kopf bewegt werden, damit die Richtung nicht verfälscht wird. Da das Ziel nur auf der Karte, in den seltensten Fällen in der Landschaft direkt sichtbar ist, halten wir uns nun an die Richtungszahl 55 (auch Marschzahl genannt), die immer dem Azumit entspricht, um zum Ziel zu gelangen. Jetzt visieren wir mit dem eingestellten Kompass einen möglichst entfernten Geländepunkt an, der sehr einprägsam sein sollte. Hierbei kann es sich um einen Hügel, einen freistehenden Baum, ein markantes Gebäude oder sonstige charakteristische, gut erkennbare Landschaftsmerkmale handeln, die unverwechselbar sind. Diesen Punkt sucht man in einer ersten Teilstrecke auf dem bequemsten Weg zu erreichen. Hier angekommen, visiert man mit dem Kompass, der immer noch das gleiche Azumit anzeigt, den nächsten Ort im Gelände in der Zielrichtung an. So wandert man von Punkt zu Punkt, bis das Ziel erreicht ist. Da während des Gehens die Kompassnadel unruhig hin- und her springt, ist es zweckmäßig, die Marschrichtung immer nur im Stehen zu kontrollieren. Zweckmäßig ist es auch, neben der Richtung noch die Entfernung zum Ziel vorher kartenmäßig zu bestimmen. Bei der Festlegung der Gehzeit ist aber auch das Relief des Geländes zu berücksichtigen. Als Durchschnittswert rechnet man für 1 km auf ebener Strecke 15 Minuten Gehzeit. Bei einem Aufstieg zählt man pro 100 m Höhendifferenz 15 Minuten hinzu; beim Abstieg sind bei der gleichen Höhendifferenz 10 Minuten zu addieren. Hierdurch hat man noch einen zusätzlichen Anhalt, um über die Gehzeit oder die gegangenen Kilometer eine Aussage zur Lage des Zieles treffen zu können.

Anwendung 3: Festlegung eines Punktes in der Landschaft auf der Karte

Mit dem Kompass wird der Winkel zwischen der Nordrichtung des Geländes und der Richtung eines sichtbaren Zieles (z.B. Berggipfel mit Turm) gemessen. Wir halten den Kompass in der rechten Hand auf Brusthöhe und richten uns zum Berggipfel aus. Mit der linken Hand wird die Kompassdose so gedreht, bis die Nordspitze der Nadel zum Index bzw. zur Deklinationsmarke zeigt. Nach dieser Grobeinstellung klappen wir Spiegel (je nach Kompassausstattung) aus, heben den Kompass auf Augenhöhe und visieren das Ziel an. Mit der linken Hand nehmen wir nun durch Drehen der Kompassdose und Einspielen der Nordspitze zum Index die Feineinstellung vor, indem wir aber immer über das Visier blicken, um die Richtung zu halten. Nun können wir am Index den Richtungswinkel (Azumit), der sich aus Nord- und Zielrichtung ergibt, ablesen.

Anwendung 4: Übertragung des mit Anwendung 3 gemessenen Winkels auf die Karte

Mit dem eingestellten Kompass wird bei bekanntem Standort der gemessene Richtungswinkel zum Berggipfel auf die Karte übertragen; die Stellung der Magnetnadel ist hierbei ohne Belang. Den Kompass legen wir so auf die Karte (Einnordung ist völlig unwichtig), dass die Nordrichtung der Kompassdose mit jener der Karte übereinstimmt; hierbei richten wir uns nach den senkrechten Koordinaten oder den Kreuzmarken auf der Karte. Die Zielkante legen wir am bekannten Standort an. In der Richtung der Zielkante oder ihrer Verlängerung finden wir den gesuchten Berggipfel auf der Karte.

wird fortgesetzt . .

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